Montag, Tag 1 – Hammam und Eisdusche auf der Weg zur Innsbrucker Hütte
Abfahrt – 1200 m
Unter einem bereits sengend heißen Junihimmel verlassen wir die typischen Tiroler Häuser von Gschnitz und nehmen sofort eine Steigung in Angriff: 1100 Höhenmeter auf nur 7 km. Die Wiesen sind in Pastellfarben gemalt, das Summen der Insekten wird manchmal von einer Almglocke unterbrochen, und Jean-Christophe hält bei jedem Blumenstrauß an, um Blütenblätter und Fühler zu verewigen. Ein orangefarbener Schmetterling mit schwarzen Zacken verwechselt seine Hand mit einer Blume.






Hitze – 1600 m
Als wir um 9:30 Uhr losgingen, zeigte das Thermometer 25 °C an, und für den Nachmittag waren Gewitter angekündigt. Da entdeckte Jean-Christophe ein neues Phänomen: schweißgebadet sein. Nach zwei Stunden Wanderung fühlte er sich wie in einem Hammam ohne Wände 🥵 – durchnässt wie nie zuvor, ohne dass auch nur ein Tropfen Regen gefallen war. Die Trinkflasche leerte sich und füllte sich schon wieder, danke, du Bach!


Nach und nach über den Bäumen – 1900 m
Eine kurze Mittagspause im Schatten, dann machen wir uns wieder auf den Weg, der nun noch steiler wird. Nach und nach verlassen wir den Wald; mit dem Schatten verschwindet auch unser Sonnenschutz, die Sonne brennt. Wir beeilen uns, denn Gewitter sind in den Bergen schwer vorherzusagen. Glücklicherweise kühlt die Luft ab und die Zephyrwinde spielen mit uns. Eine willkommene Bank winkt uns zu: Wir geben nach. Die „Energy Balls” mit gesalzener Pistazie versprechen Energie; der Genuss war offenbar nicht Teil des Rezepts.





Hütte in Sichtweite – 2360 m
Endlich zeichnet sich die Silhouette der Innsbrucker Hütte ab. Auf der Terrasse erwartet uns ein Bergsteigergetränk (Wasser + Sirup), aber Jean-Christophe will zuerst duschen: Ein Euro für 30 Sekunden warmes Wasser, die Rechnung ist schnell gemacht; er entscheidet sich für die kalte Variante … die ist wirklich kalt!
Während er zittert, entscheidet sich Vera für den umgekehrten Weg: eine einfache Erfrischung und eine kurze Pause, bevor sie ihren Klettergurt für den Klettersteig anlegt, der fünfzehn Minuten von der Hütte entfernt ist. Sie kommt gerade rechtzeitig zurück, bevor die Dusche kostenlos wird: strömender Regen – zumindest ist er wärmer als die Dusche in der Hütte – dann dichter Hagel – ein Ganzkörperpeeling, geschenkt vom Berg.
Wir sind froh, im Trockenen zu sein. Das Gewitter tobt ⛈️⚡️. Der Strom fällt für einige Minuten aus. Dann übertönen die zuvor ausgetrockneten Bäche mit ihrem Rauschen das Donnergrollen. Sie sind heftig und fluten die Wege, die wir am nächsten Tag nehmen müssen.
Werden sie noch begehbar sein?





